Verhalten ändern

Reflexionsangebote

Schulische Rauchstopp-Hilfen

Hilfen zum Ausstieg und zur Konsumreduktion für die Jugendhilfe

Stressreduktion

Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern (Jugendhilfe)

 

Rakete Konzept hat in vielen Schulen und Jugendeinrichtungen verhaltensbezogene Maßnahme geplant und durchgeführt. Um nachhaltige Effekte auf das Verhalten von Jugendlichen bzw. von Schülerinnen und Schülern zu erzielen, müssen strukturelle Vorgaben kombiniert werden mit verhaltensbezogenen und pädagogischen Maßnahmen. Verhaltensbezogene Maßnahmen zur Suchtprävention bieten die Möglichkeit, Jugendliche in ihrer Ablehnung gegen Substanzmissbrauch zu stärken, Konsumenten zum Ausstieg aus dem Konsum zu motivieren und einen reflektierten Umgang mit Risiken zu fördern.

1. Reflexionsangebote

Reflexionsangebote haben das Ziel

...    bei (riskant) konsumierenden Schülern/Schülerinnen die Bereitschaft zur Beendigung oder Reduzierung des Konsums und die Inanspruchnahme von Ausstiegsangeboten zu erhöhen.

..     bei Jugendlichen, die einen Ausstieg (noch) nicht beabsichtigen, die Fähigkeit zu stärken, Risiken des Konsums zu vermeiden.

...    bei nicht Konsumierenden die kritische Einstellung zum (riskanten) Konsum und damit die Bereitschaft, Nichtkonsument zu bleiben, zu stärken.

 

Charakteristisch für die Reflexionsangebote ist die Aktivierung von Jugendlichen im Rahmen von Wettbewerben, Übungen und Rollenspielen, die den Teilnehmenden auch Spaß vermitteln, ggf. auch in Zusammenhang mit erlebnispädagogischen Aktivitäten.

Die inhaltliche Gestaltung der Reflexionsmodule basiert auf verschiedenen bewährten Konzepten und Medien:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben den Medien „Curriculum Anti-Rauchkurs“ und „Basics 2“ , die von Rakete Konzept entwickelt wurden, basieren die Angebote auch Konzepten wie  „MitmachParcours Klarsicht“ (BZgA), „FreD“ (FOGS), „Realize it“ (delphi), „PA-TRES“ (Uni-Würzburg), „risflecting“ oder „Tom und Lisa“. 

 

Vor allem Jugendlichen und jungen Menschen, die Risikosituationen und Rauscherfahrungen unreflektiert eingehen, werden Kompetenzen zur Risikovermeidung vermittelt. Dies trifft auf einen Großteil der Personen in der stationären Jugendhilfe aber auch auf viele Schülerinnen und Schüler in Haupt- oder Berufsbildenden Schulen sowie in der Zielgruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) zu.

Zusätzlich werden teilnehmende Jugendliche auch auf die Möglichkeiten der Nutzung digitaler Reflexionsangebote auf Handy und im Internet hingewiesen.

 

Lehrkräfte/Fachkräfte werden in Fortbildungen geschult, die Module selbstständig im Rahmen des schulischen Curriculums oder in Workshops durchzuführen, ggf. im Rahmen von Co-Teaching (siehe Personal qualifizieren). Die Reflexionsmodule sind in Manualen handlungsleitend beschrieben und stehen den Lehrkräften auch nach Beendigung der Projektlaufzeit zur Verfügung.

 

2. Schulische Rauchstopp-Hilfen

Für die Bearbeitung von individuellen Alkohol- und Cannabisproblemen ist der schulische Rahmen nicht geeignet. Bei diesen Substanzen beschränkt sich die schulische Intervention auf die konsequente Umsetzung von Konsumverboten im Kontext der Schule, auf Reflexionsangebote im Curriculum sowie bei deutlich sichtbaren Substanzproblemen auf Empfehlungen zur Inanspruchnahme der Leistungen von Beratungsstellen.

Falls in Einzelfällen eine Intervention z.B. von Schularbeiterinnen bei riskant Alkohol konsumierenden angezeigt ist (z.B. weil keine externe Beratung zur Verfügung steht), kann die auf der Grundlage des Leitfadens Basics 2 erfolgen (siehe Personal qualifizieren).

Bei Schülern und Schülerinnen, die mit dem Rauchen begonnen haben, sind Ausstiegshilfen durch die Schule allerdings sinnvoll. Angeboten wird die Intervention „Rauchfrei jetzt!“. Die Forschergruppe um Fiore (Fiore et al. 2000, 2008) konnte nachweisen, dass auch Rauchstopp-Hilfen mit geringem Aufwand sehr erfolgreich sein können, wenn sie bestimmten Leitlinien folgen. Die Minimalintervention „Rauchfrei jetzt“ basiert auf diesen Erkenntnissen und ist an die Erfordernisse von Schulen bzw. Jugendhilfeeinrichtungen angepasst.

Das Programm erfordert nur geringen zeitlichen und personellen Aufwand. „Rauchfrei jetzt!“ wurde 2012 in Schulen der deutschsprachigen Schweiz erprobt. Nicht zuletzt aufgrund der Kompaktheit der Intervention zeigte sich in der Evaluation eine hohe Akzeptanz bei teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, ebenso wie bei durchführenden Pädagoginnen und Pädagogen. Die Interventionen erwiesen sich als machbar im schulischen Rahmen und sie zeigten positive Effekte auf das Konsumverhalten.

Die Intervention wird in der Regel im Einzelgespräch mit einem Jugendlichen durchgeführt. Jugendliche, die beim Rauchstopp Unterstützung benötigen müssen daher nicht auf darauf warten, dass ein Gruppenangebot zustande kommt, was nicht immer zeitnah möglich ist.

Die Maßnahme besteht aus lediglich drei Beratungsgesprächen à 20 Minuten. Sie wird durchgeführt von Pädagogen/Pädagoginnen der Schule/Einrichtung, die hierfür von Rakete Konzept qualifiziert werden. Die Fortbildung nimmt zwei halbe Tage in Anspruch und erfordert keine besonderen Voraussetzungen der Gesprächsführung. Das Vorgehen wird Schritt für Schritt angeleitet durch einen Leitfaden, der ergänzt wird durch ein Manual für die Hand des teilnehmenden Jugendlichen, in dem sich alle benötigten Materialen und Übungen befinden.

Falls sich in einer Schule mehrere Schüler/innen für einen gemeinsamen Ausstiegsversuch finden, kann die Maßnahme auch im Gruppensetting durchgeführt werden.

Schulen mit älteren Schülern, in denen es eine größere Anzahl von ausstiegswilligen Personen gibt, können auch Entwöhnungskurse im Gruppensetting angeboten werden, die von den Krankenkassen bezuschusst werden. Auch diese Maßnahmen führt Rakete Konzept seit Jahren erfolgreich durch.

Lehrkräfte werden in Fortbildungen geschult - ggf. im Rahmen von Co-Teaching -, die Ausstiegsmaßnahme selbstständig durchzuführen. Die Intervention ist in einem Manual handlungsleitend beschrieben. Sie wird ergänzt durch ein Begleitheft, in dem sämtliche Arbeitsmaterialien, die benötigt werden, enthalten.

Jugendliche, die aktuell nicht an personalkommunikativen Ausstiegsangeboten der Schule teilnehmen können oder wollen, sollten auf Medien und digitale Programme verwiesen, die den Ausstieg in Selbsthilfe unterstützen. Im Rahmen auf Schulungen werden den Lehrkräften solche Programme vorgestellt, so dass sie in der Lage sind, Schülern und Schülerinnen entsprechende Empfehlungen zu geben (siehe u.a. rauch-frei.info, check-your-drinking, mein-masterplan, www.drugcom.de).

 

3. Ausstiegshilfen und Hilfen zur Konsumreduktion für die Jugendhilfe

In Bezug auf Jugendliche, die mit dem Rauchen aufhören wollen, können Fachkräfte in Jugendeinrichtungen ebenfalls das Angebot „Rauchfrei jetzt!“ anfordern (Link 3.1). Anders als an Schulen können stationäre Jugendeinrichtungen auch individuelle Alkohol- und Cannabisprobleme der bei ihnen untergebrachten Jugendlichen bis zu einem bestimmten Schweregrad bearbeiten.

Hierfür wurde von Rakete Konzept „Basics 2“ als pädagogische Maßnahme für Jugendhilfeeinrichtungen entwickelt. Die Intervention wird den Fachkräften Step-by-Step in einen Leitfaden dargelegt, der ergänzt wird durch je ein Begleitheft für Alkohol, Cannabis und Tabak, in denen sich sämtliche Arbeitsmaterialien, die benötigt werden, befinden.

Das Konzept wurde erfolgreich erprobt in 7 Einrichtungen des Diakonischen Werks Berlin.

 

Lehrkräfte werden in Fortbildungen geschult - ggf. im Rahmen von Co-Teaching -, die Ausstiegsmaßnahme selbstständig durchzuführen. Die Intervention ist in einem Manual handlungsleitend beschrieben. Sie wird ergänzt durch ein Begleitheft, in dem sämtliche Arbeitsmaterialien, die benötigt werden, enthalten.

Jugendliche, die aktuell nicht an personalkommunikativen Ausstiegsangeboten der Schule teilnehmen können oder wollen, sollten auf Medien und digitale Programme verwiesen, die den Ausstieg in Selbsthilfe unterstützen. Im Rahmen auf Schulungen werden den Lehrkräften solche Programme vorgestellt, so dass sie in der Lage sind, Schülern und Schülerinnen entsprechende Empfehlungen zu geben (siehe u.a. rauch-frei.info, check-your-drinking, mein-masterplan, www.drugcom.de).

4. Stressreduktion

 

Angebote zur Stressbewältigung sind im Zusammenhang mit Suchtprävention vor allem in Berufsbildenden Schulen von großer Bedeutung Der jähe Anstieg der Konsumentenquote nach Einstieg in die Berufsbildende Schule steht häufig im Zusammenhang mit einer deutlichen Zunahme an Druck und Stress. Viele Schüler/innen, die sich dem Druck nicht gewachsen fühlen, suchen Kompensation im Konsum psychoaktiver Substanzen. Im Projektzusammenhang werden daher unmittelbar substanzbezogene mit Maßnahmen mit Angeboten zur Stressreduktion verbunden.

Mit der Förderung von Selbstwahrnehmung und Stresskompetenz soll z.B. der Funktionalität der „Zigarettenpause“ im Alltag der Schüler/innen entgegengewirkt werden. Das Modul „Aktive Stressprävention“ entspricht dem Präventionsprinzip „Förderung von Stressbewältigungskompetenzen“ (Multimodales Stressmanagement) den Anforderungen des Leitfadens Prävention des GKV-Spitzenverbandes der Krankenkassen.

Quellen: Tomczyk et al. 2016, Chong & Monroe 2015; Hakanen et al 2008, Morgenstern et al. 2017; Hanewinkel et al.  2015

 

5. Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern (Jugendhilfe)

Hinsichtlich der Entwicklung von Suchtstörungen werden Kinder suchtkranker Eltern als die größte Risikogruppe betrachtet. Viele der in der stationären Jugendhilfe betreuten Kinder und Jugendlichen gehören zu eben dieser besonderen Risikogruppe. Daher sollten die Fachkräfte in den Einrichtungen für diesen Hintergrund sensibilisiert sein und über Kompetenzen in diesem Bereich verfügen.

Für diese Zielgruppe und ihre Bedarfe hat sich das psychoedukative Gruppenprogramm „Trampolin“ bewährt. Ziel des Programms ist es, die Stressbewältigung von Kindern suchtkranker Eltern zu fördern. Dies geschieht vor allem durch die Erhöhung des Verständnisses der elterlichen Suchterkrankung als Schutzfaktor. Die Evaluation von Trampolin bescheinigt dem Programm eine hohe Wirksamkeit

Vermittelt werden altersangemessenes Wissen zur elterlichen Suchterkrankung und Wirkweisen von Substanzen mit dem Fokus auf die Beeinträchtigung des elterlichen Verhaltens. Weitere Themen sind der Umgang mit den eigenen Gefühlen, Entspannungsmethoden und Problemlösungsstrategien. Flankierend zu der Einführung des Gruppenprogramms Trampolin werden Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Heimatbesuchen von Kindern aus Suchtfamilien thematisiert sowie Empfehlungen entwickelt für den Umgang mit intoxikierten Eltern, die ihre Kinder in den Wohngruppen besuchen. Trampolin besteht aus neun Gruppensitzungen für ca. 6-8 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.

Nach Möglichkeit werden in die Schulung zu Trampolin die trägerinternen insoweit erfahrenen Fachkräfte einbezogen. Die Teilnehmenden erwerben umfassende Kenntnisse zur Implementierung des Kurzkonzeptes und werden in der Durchführung der einzelnen Trampolin-Module geschult. Sie verfügen über ein fundiertes Wissen und sind somit in der Lage als Multiplikatoren zu dienen.

Quellen: Strohm, 2008; Klein, 2008; Klein et al., 2013

 

Wenn Sie mehr über verhaltensbezogenen Maßnahmen erfahren wollen oder Interesse haben, diese in ihrer Schule/Einrichtung einzuführen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf:

 
 
 
 
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Schule

 

„Curriculum Anti-Rauchkurs – Pädagogische Intervention für rauchende Schülerinnen und Schüler“, Autor: Gerd Rakete, Hrsg. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2007

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„Basics 2 – Frühintervention bei Jugendlichen mit Substanzmissbrauch – Ein Leitfaden für Einrichtungen der Jugendhilfe“ (Leitfaden für Pädagogen mit 3 Begleitheften für jugendliche Konsumenten von Alkohol, Cannabis, Tabak), Autor: Gerd Rakete, Hrsg. Senatsverwaltung für Gesundheit Berlin, 3. Auflage 2017

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„Basics 2 – Frühintervention bei Jugendlichen mit Substanzmissbrauch – Ein Leitfaden für Einrichtungen der Jugendhilfe“ (Leitfaden für Pädagogen mit 3 Begleitheften für jugendliche Konsumenten von Alkohol, Cannabis, Tabak), Autor: Gerd Rakete, Hrsg. Senatsverwaltung für Gesundheit Berlin, 3. Auflage 2017

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„Rauchfrei jetzt – Ein Leitfaden für Lehrpersonen und Schulsozialarbeiter/ innen zur Kurzintervention bei rauchenden Schülerinnen und Schülern“, Autor: Gerd Rakete, Hrsg. Züri Rauchfrei 2012, Fachstelle Ginko NRW 2016)

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